Datum:
13. August 2021
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Industriemarktplätze für den Maschinenbau

Plattformen und digitale Marktplätze sind im B2C-Umfeld etabliert. Unlängst wächst auch im B2B-Umfeld des Maschinenbaus das Interesse für diese neuen Geschäftsmodelle der digitalen Ökonomie. Denn auf dem Weg in die Industrie 4.0 kann ein solches Angebot neue Potenziale heben und Unternehmen aller Branchen helfen, sich erfolgreich zu positionieren.

 

Industriemarktplätze für den Maschinenbau

Plattformen und digitale Marktplätze

In der Industrie entstehen zunehmend Plattformgeschäftsmodelle und B2B-Marktplätze. Die Plattformenanbieter agieren entweder als Matchmaker und bringen Angebot und Nachfrage zusammen (ohne selbst Vertragspartner zu werden) oder sie verfolgen das Konzept eines neutralen Marktplatzkoordinators mit einer One-Stop-Shop-Solution.

In industriellen Märkten steigern diese Geschäftsmodelle die Transparenz und erhöhen die Geschwindigkeit bei Transaktionen von Produkten, Dienstleistungen und Daten. Um daran teilhaben zu können, sind Industriemarktplätze eine notwendige Voraussetzung. Insgesamt forcieren sie eine neue »Einfachheit der Dinge». Ein Erfolgsrezept, das immer mehr ins Blickfeld produzierender Unternehmen rückt.

 

Über den Marktplatz in die Zukunft

Was für die traditionsreichen Unternehmen der produzierenden Industrie vielfach noch digitales Neuland ist, birgt zukünftig die Chance, die eigene Digitalisierung zu beschleunigen und einen elementaren Schritt in Richtung der Vision von Industrie 4.0 zu gehen.

Innerhalb der industriellen Branchenstrukturen entsteht mit einem digitalen Marktplatz ein gemeinsamer virtueller Transaktionsraum, in dem sich Angebot und Nachfrage treffen. Dieser Ansatz generiert auf beiden Seiten neue Mehrwerte. Unternehmen können Produkte und Services über einen digitalen Vertriebskanal anbieten und erwerben.

Ein digitaler Marktplatz beseitigt insbesondere die Ineffizienzen, die mit ehemals analogen Prozessen einhergehen. Der Marktplatzanbieter harmonisiert die Schnittstellen und erschließt damit vielfach zusätzliches Wertschöpfungspotenzial. Weder die Angebots- noch die Nachfrageseite wird dabei übervorteilt. Das Resultat: eine Win-Win-Situation beiderseitiger Mehrwertgenerierung.

Anbieter von Produkten und Dienstleistungen für die Industrie profitieren von der Möglichkeit zur Erweiterung des Marktzugangs über technische Hürden und sogar nationale Grenzen hinweg. Die Nutzung digitaler Marktplätze ist damit auch ein Weg zur weiteren Skalierung des eigenen Geschäfts und für Wachstum im digitalen Ökosystem. Insbesondere kleine und mittelständische Unternehmen können profitieren, indem sie ihre digitale Wettbewerbsfähigkeit steigern und verborgene Potenziale zur Monetarisierung erschließen.

Auf der Nachfrageseite bietet sich eine Transparenz über Angebote, verbunden mit einer Vorqualifizierung des Angebots durch die Kräfte des Marktplatzes. Das vereinfacht Einkaufsentscheidungen und entlastet die Organisationen. Hinzu kommt die Automatisierung der Einkaufs- bzw. Abrechnungsprozesse über die Plattform respektive den Marktplatz. Die »Customer Journey« wandelt sich: Das Erlebnis wird bequemer und zumeist günstiger.

 

Komplexitätsmanagement | Vertrauen | Mut

Schon 2018 nutzten über 30 Prozent der Industriebetriebe sogenannte Transaktions-Plattformen für den digitalen Produktvertrieb oder IIoT-Plattformen für digitale Dienstleistungen in der Produktion. Das Angebot und die Nutzungsmöglichkeit von digitalen B2B-Plattformen ist somit in der Industrie zwar schon angekommen, es haben sich aber (noch) nicht die ökonomischen Effekte eingestellt, wie sie aus der Plattformökonomie der Konsumentenmärkte bekannt sind. *(Vgl. BMWi Studie)

Die drei Schlüssel zur industriellen Plattformökonomie:

  • Komplexitätsmanagement: Aufgrund fehlender Standards, einem hohen Grad an Heterogenität und komplexen Lieferketten ist der Industriebereich reichlich komplex. Für sogenannte Hyperscaler eine Hürde bei der Marktdurchdringung. Lock-in-Effekte und Insellösungen müssen vermieden werden. Gerade der Maschinen- und Anlagenbau hat daher große Chancen, das Thema selbst in die Hand zu nehmen.
     
  • Vertrauen: Marktplatzbetreiber müssen attraktive Leistungsangebote mit offenen, fairen und transparenten Governance-Strukturen anbieten können. Zusätzlich müssen branchenrelevante Netzwerke und Ökosysteme unterstützt werden. Hierfür bedarf es Vertrauen in den Anbieter aber auch eine gewisse Neutralität.
     
  • Mut zur KoopetitionWie jeder Wandel dieser Größenordnung führt auch die Plattformökonomie zu Verschiebungen, mit denen sich Unternehmen selbstkritisch auseinandersetzen müssen. Die Erschließung neuer Geschäftsfelder neben der Weiterführung des traditionellen Kerngeschäfts erfordert Mut, Offenheit und einen kulturellen Wandel.

Unstrittig ist dabei wie es scheint der weitere Weg. Eine Studie der Innovationsberatung Etventure befragte knapp 1.500 mittelständische Unternehmen zur Zukunftsfähigkeit der deutschen Wirtschaft. 62 % der Befragten waren demzufolge überzeugt, dass der dynamische Wandel hin zu einer neuen „Ökonomie der Plattformen“ etablierte Geschäftsmodelle zukünftig beeinflussen wird. (Vgl. etventure Studie)

„Make B2B like B2C“

ADAMOS schafft mit dem ADAMOS STORE und ADAMOS HUB vor allem für kleine und mittelgroße Hersteller und Anwender im Industrieumfeld eine effiziente digitale Infrastruktur. Die Maschinenbauer-Allianz ist vor Kurzem angetreten, um mit dem ADAMOS STORE als digitalem Marktplatz und dem ADAMOS HUB für das plattformübergreifende Customer Data Management ihren Partnerunternehmen und deren Kunden ein bislang einzigartiges Einkaufserlebnis zu schaffen. Unternehmen profitieren dabei in erster Linie durch den kollaborativen Ansatz. Gemeinsames Ziel der kollaborativen Allianz ist es, den B2B-Bereich so zu gestalten, wie es heute im B2C-Umfeld die Regel ist.

Als Allianz mit Branchenfokus unterstützt das Unternehmen dabei die traditionell langfristigen und auf Vertrauen ausgerichtete Kunden-Lieferanten-Beziehungen im Maschinenbau. Zu der Vielzahl umfassender Integrations- und Interaktionsleistungen gehört unter anderem die Unterstützung im Bereich Business Model Innovation ebenso wie Services für Vertragsmanagement, Online-Recht und Payment. 




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