Datum: 01. Januar 2021

Resilienz durch Digitalisierung - Krisenfestigkeit durch Digitalisierung

Die Corona-Pandemie hat eines unmissverständlich gezeigt: Digitalisierung schafft Resilienz in Krisen und darüber hinaus. Das beweisen zahlreiche Beispiele aus der Wirtschaft - auch aus dem Maschinen- und Anlagenbau.

Doch wie lassen sich digitale Lösungen in der Branche genau einsetzen, um das notwendige Maß an Widerstandsfähigkeit zu realisieren?

Digital zu sein, heißt, Widerstandsfähigkeit auszubauen

Lehre der Corona-Krise

Die Covid-19-Krise hat Wirtschaft und gesellschaftliches Leben von heute auf morgen grundlegend verändert. Plötzlich galten strikte Abstandsregelungen. Ganze Belegschaften wechselten binnen weniger Tage in das Homeoffice. Für dieses Szenario hat sich der Begriff "Workforce Disruption" etabliert. Erschwerend kam für die Industrie hinzu, dass globale Lieferketten unterbrochen waren und Logistiknetzwerke kollabierten (Supply Chain Disruption). Lesen Sie hierzu auch die Studie von Pwc.

Schon in einer frühen Phase der Corona-Pandemie wurde daher deutlich, dass Unternehmen mit einem hohen Digitalisierungsgrad besser durch die Krise kommen als "analoge" Wettbewerber. Sie waren wesentlich schneller in der Lage, eine reibungslose Zusammenarbeit in der "neuen" Arbeitswelt zu realisieren. Ebenso verfügten sie bereits über Lösungen, mit denen Logistik und Produktion "remote" überwacht, gesteuert und sogar (teil-)automatisiert werden konnten. So war es selbst mit reduzierter Belegschaft und unter Einhaltung der Hygienestandards möglich, während der Krise weiterhin zu produzieren.

Dass die Digitalisierung Resilienz im Unternehmen fördert, ist somit unstrittig. Doch welche Schlüsse können wir daraus für die Zukunft ziehen? Welche Maßnahmen müssen Unternehmen aus dem Anlagen- und Maschinenbau ergreifen, um den bereits eingeschlagenen Weg der digitalen Transformation erfolgreich weiterzugehen und damit die Resilienz zu erhöhen?

Drei zentrale Handlungsfelder zur Stärkung der Resilienz

Um in Krisen resilient zu sein, müssen Unternehmen weitaus flexibler werden. Insbesondere sind hierbei die folgenden drei Handlungsfelder relevant. Die nachfolgende Betrachtung zeigt auf, wie sich diese Betätigungsfelder konkret darstellen, um die Widerstandskraft zu erhöhen

I. Digitale Transformation der Arbeitswelt

Um resilienter sein zu können, erfordert das eine Digitalisierung und Flexibilisierung der Arbeitswelt.

II. Digitalisierung von Lieferketten

Resilienz durch Frühwarnsysteme: bei sich andeutenden Krisen sind transparente Informationen zum weltweiten Geschehen und schnelles Handeln erforderlich.

III. Digitalisierung und Automatisierung der Produktion

Automatisierung und Digitalisierung sind zentrale Komponenten einer digitalen Fabrik und somit fester Bestandteil der Industrie 4.0. 

I. Digitale Transformation der Arbeitswelt

Um resilienter sein zu können, erfordert das eine Digitalisierung und Flexibilisierung der Arbeitswelt. Mitarbeiter müssen mithilfe von Software-Lösungen in die Lage versetzt werden, unabhängig vom Arbeitsort digital miteinander zu kommunizieren. Dies technisch zu lösen, stellt mittlerweile keine große Herausforderung mehr dar. So existieren heute zahlreiche Tools, mit denen Teams digital in Verbindung bleiben und zusammenarbeiten können.

Herausfordernder wird die Gestaltung der neuen Arbeitswelt, wenn es um die durchgängige Bereitstellung von Informationen und Daten geht. Im administrativen Bereich lässt sich dies durch einen Remote-Zugang zu gängigen Software-Lösungen wie ERP, CRM und DMS lösen. Wesentlich schwieriger stellt sich die Situation hingegen im Umfeld der Produktion dar. Hier sind vielerorts noch nicht alle Maschinen mit dem Internet vernetzt. Somit ist es nicht möglich, alle relevanten Informationen aus der Fertigung ortsunabhängig zu überwachen. Ebenso wenig lassen sich Produktionsprozesse in diesem Fall "aus der Ferne" steuern. Wie sich diese Defizite aufholen lassen, haben wir im Abschnitt "Digitalisierung und Automatisierung der Produktion" beschrieben.

II. Digitalisierung von Lieferketten – Resilienz durch „Frühwarnsysteme“

Lieferketten sind komplex und international. So reicht bereits eine Krise in einer bestimmten Region der Welt aus, um empfindliche Konstrukte zu unterbrechen. Ein gewisses Maß an Resilienz lässt sich über Einkaufsinstrumente wie Multilieferantenstrategien und regionalere Bezugsquellen realisieren. In einer globalen Wirtschaft mit vielschichtigen Wirkungszusammenhängen reichen organisatorische Maßnahmen dieser Art jedoch nicht aus, um ausreichend resiliente Supply Chains zu realisieren. Vielmehr sind transparente Informationen zum weltweiten Geschehen und schnelles Handeln bei sich andeutenden Krisen erforderlich. Erreichbar ist dies nur durch Digitalisierung, übergreifende Vernetzung von Unternehmen und die fortlaufende Analyse von Echtzeitdaten.

Im Optimalfall ist die Digitalisierung von Lieferketten so stark ausgeprägt, dass alle Beteiligten die aktuellen Bestände sowie die geplanten Produktionsmengen bei sämtlichen Partnern in Echtzeit einsehen können. Gleiches gilt für Bestände, die sich derzeit auf dem Transportweg befinden. Erste digitale "Frühwarnsysteme" sind sogar in der Lage, auf Basis solcher Informationen proaktiv zu warnen, wenn sich Engpässe abzeichnen.

III. Digitalisierung und Automatisierung der Produktion

Um im Falle einer Krise handlungsfähig zu bleiben und Abläufe flexibel anzupassen, muss die Produktion digital werden. Beispielsweise können folgende Maßnahmen getroffen werden:

  • Digitale Abbildung von Produktionsprozessen mithilfe digitaler Zwillinge
  • Realisierung von Remote-Steuerungsmöglichkeiten
  • Nutzung von Fernwartung (auch präventiv)
  • Software-gestützte Automatisierung von Produktionsprozessen

Die Voraussetzung für die Erreichung all dieser Ziele ist die Vernetzung sämtlicher Anlagen, Maschinen und (Zwischen-)Produkte über das industrielle Internet der Dinge (IIoT). Die entsprechenden Sensor- und Kommunikationstechnologien existieren bereits. Relevante Informationen zu erfassen und zu übertragen, stellt keine unüberwindbare Hürde dar. Weitaus problematischer ist die Komplexität und Heterogenität verschiedenster Komponenten in einem Fertigungsbetrieb. So befinden sich Maschinen unterschiedlichster Hersteller im Einsatz. Ebenso verschiedenartig sind die jeweiligen IT-Infrastrukturen, Lieferketten und Organisationsformen.

Gerade für mittelständische Unternehmen der Industrie ist es sowohl finanziell als auch im Hinblick auf das notwendige Know-how kaum möglich, Systeme für solch komplexe Szenarien in Eigenregie zu entwickeln. Nur durch eine Zusammenarbeit in der Branche wird es möglich sein, digitale Lösungen im Maschinenbau konsequent voranzutreiben. 

Digital-Wirtschaft kann Krisen besser meistern

Insgesamt ist klar, dass kein Weg an einer starken Digital-Wirtschaft vorbeiführt. Die Transparenz von Informationen, die durchgängige Verfügbarkeit von Daten und die Möglichkeit, gesamte Fertigungsumgebungen digital zu steuern, sind für die Resilienz in einer Krise von höchster Bedeutung. ADAMOS leistet mit seinem einzigartigen Angebot von Netzwerk und Technologie für den Maschinen- und Anlagenbau einen entscheidenden Beitrag zur Stärkung der Widerstandsfähigkeit deutscher Unternehmen. Darüber hinaus verhilft der Ansatz Industrieunternehmen auch unabhängig von Krisen zu einer höheren Wettbewerbsfähigkeit auf den globalen Märkten.

 

Gerüstet für Krisen - dank Koopetition in der Wirtschaft

"Koopetition" ist ein Kunstbegriff. Er beschreibt einen Zustand, bei dem Konkurrenten aus der Wirtschaft zweckgebunden kooperieren. Exakt diesen Ansatz verfolgt ADAMOS, ein Zusammenschluss von über 20 Maschinenbauern aus Deutschland. Ziel der Allianz ist es, die digitale Transformation der Branche durch gebündelte Kräfte zu unterstützen - auch und gerade in Zeiten von Krisen  - um somit Resilienz im Unternehmen ausbauen zu können

ADAMOS bietet eine einzigartige Basis, um die Zukunft der Produktion gemeinsam mit den Anbietern und den Kunden in allen Facetten aktiv gestalten zu können – industrienah und digital. Mit dem Know-how und den Innovationen seiner Netzwerk-Teilnehmer stellt die Allianz ein Ökosystem dar, das eine Vernetzung und Nutzung von Maschinen, Produktionen und digitalen Lösungen im industriellen Internet der Dinge erlaubt. Möglich machen dies gemeinsame Standards und eine klare Vision.

Technologischer Dreh- und Angelpunkt ist der ADAMOS STORE und der ADAMOS HUB. Der ADAMOS HUB stellt Integrationspunkte und Schnittstellen bereit, die einen technologieoffenen Datenaustausch in der industriellen Fertigung ermöglichen. Hierüber können die Daten verschiedenster Maschinen mit Apps unterschiedlicher Anbieter verbunden und zentral genutzt werden. Der ADAMOS STORE ist darüber hinaus der herstellerübergreifender Marktplatz für Industrie-Apps.