Datum:
07. Mai 2021
Autor:
Lesezeit: Minuten

„Umso mehr Produkte im Store, desto höher der Benefit für Alle“

ADAMOS bietet eine auf den Maschinenbau angepasste Technologie und unterstützt in der Umsetzung von Digitalisierungsprojekten.

Wie viele Projekte haben Sie umgesetzt?

Dr. Marco Link: ADAMOS ist eine Initiative von Maschinenbauern für Maschinenbauer – gegründet, um die Kräfte der Branche für die Digitalisierung zu bündeln. Wir könnten durchaus über 100 Projekte nennen – eine Anzahl zu quantifizieren ist aber seriös schlicht unmöglich.

Dr. Tim Busse: Unser Ziel ist es, unsere Partner auf der Reise von der Entstehung einer Produkt-Idee über deren Realisierung etwa auf der IIoT-Plattform bis hin zur erfolgreichen Vermarktung zu unterstützen. Für den Maschinenbau werden die Themen Vertrieb und Monetarisierung immer wichtiger. Während die letzten Jahre im Zeichen der Entwicklung von Lösungen standen, geht es nun um die Realisierung der Geschäftsmodelle. Hierfür werden der ADAMOS STORE und HUB relevant. Im Store bündeln wir das digitale Angebot unserer Partner: Kunden können SaaS- und HaaS-Produkte finden, testen, kaufen und verwalten. Sämtliche Prozesse zur Abrechnung zeitgemäßer Subscription-Modelle sind standardisiert und Out-of-the-box nutzbar. Auch der Order-to-Cash-Prozess wird dort abgewickelt.

Die Partner fokussieren sich dabei auf unterschiedliche Bereiche. Fast alle unsere Partner sind im Aufbau eines auf den Endkunden zugeschnittenen Portfolios an digitalen Produkten. Adamos unterstützt seine Partner mit IIoT-Plattform- und Integrationstechnologie, aber auch im Bereich Portfoliomanagement selbst. Das beinhaltet die Definition von wettbewerbsrelevanten Core-Apps beziehungsweise Mehrwertdiensten, die Suche nach geeigneten White-Label-Apps oder App-Ergänzungen, bis hin zur Erstellung einer Produkt-Roadmap.

Im ADAMOS HUB und dem ADAMOS STORE kündigen Sie ab Mitte Mai neue Funktionalitäten für Nutzer und Anbieter an, die die Darstellung und Nutzung der angebotenen Apps vereinfachen sollen.

War das von Seiten Ihrer Community nachgefragt?

Busse: Die Kunden unserer Community-Partner fordern einfache und schnell implementierbare Lösungen für ihren Shopfloor – und das mit integrierten Daten und einer durchgängigen Nutzung über einen bekanntermaßen heterogenen Maschinenpark. Genau für solche Herausforderungen gibt es ADAMOS. Das hatte sich bereits 2018 in ersten Pilotprojekten in Partner Days gezeigt. Zudem steigt inzwischen die Akzeptanz von digitalen Lösungen – bis hin zum Einstieg in die Subscription-Modelle (pay-per-use, pay-per-part, etc.). Der ganze Markt beschäftigt sich mit diesen Ansätzen.

Der ADAMOS STORE ist ein herstellerübergreifender Marktplatz für die fertigende Industrie und Anbieter von Industrie-Apps, sowohl für ADAMOS Partner als auch für Dritte. Über Shop-in-Shop Systeme können Partner ihr digitales Angebotsportfolio individuell ihren Kunden anbieten. Die Apps können dabei auf völlig unterschiedlichen und von den jeweiligen Anbietern präferierten IIoT-Plattformen aufgebaut und betrieben werden. Alle Lösungen, die dort angeboten werden, müssen „Hub-integriert sein“. Der ADAMOS HUB stellt Integrationspunkte und Schnittstellen bereit, die einen technologieoffenen Austausch von Daten in der Produktion ermöglichen. Der Zugriff von Applikationen auf Stammdaten und Maschinendaten wird dabei zentral vom Maschinenbetreiber über den Hub im „Control Center“ verwaltet. Damit schaffen wir Standards, die wir eine Customer Experience, getreu dem Motto: B2B like B2C.

Welche Neuheiten sind noch geplant?

Link: Der ADAMOS HUB ist Teil des ADAMOS STORES. Wir werden den HUB als Integrationsplattform weiter entwickeln. Ziel ist es, die Standards (OPC UA beziehungsweise Umati, MT Connect) der Industrie zu integrieren und darauf aufbauend die Interoperabilität von Maschinen, Anlagen, Apps und Systemen weiter zu forcieren. Die Realisierung von durchgängigen Lösungen für die Maschinenbetreiber ist dabei der wesentliche Treiber.

Wie grenzen Sie sich von anderen Plattformen im Umfeld ab?

Busse: Wir sehen uns nicht im Wettbewerb mit den üblicherweise genannten Plattformen, da diese als Basis für die App-Erstellung genutzt werden. Zudem ist ADAMOS ein wegweisendes Beispiel für organische Mehrparteien-Kollaboration für Industrie 4.0. Wir unterscheiden uns dabei durch unsere Rolle als Enabler und das sich daraus ableitende Service-Geschäftsmodell. Umso mehr Produkte im Store beispielsweise und umso reifer die Plattform, desto höher der Benefit für alle Beteiligten.

Eine Studie ergab, dass der Maschinenbau bei Plattformen noch hinterherhinkt. Was ist aus Ihrer Sicht entscheidend, um das zu ändern?

Link: Ein zentraler Faktor für den Erfolg von Plattformen ist das Vertrauen der Plattformnutzer und deren Kunden für die Teilnahme an einem offenen und transparenten Ökosystem. Um dieses zu sichern, ist ADAMOS als unabhängiges Joint Venture organisiert. Nichtsdestotrotz muss jeder Partner selbst dahinterstehen, die Führung muss „das disruptive Geschäft“ mit treiben. Es braucht Vorreiter, im besten Fall starke Marken, die die KMUs mitziehen. Es sind aber auch diese Vorreiter, die ein finanzielles Risiko tragen. Im Fall ADAMOS haben acht Gesellschafter diese Vorreiter-Rolle übernommen.

 

Plattform-Ökonomie wurde vor wenigen Jahren als großer Trend in der Industrie gehypt. Unternehmen haben daraufhin zahlreiche Cloud-Lösungen entwickelt, es wurden Allianzen geschmiedet, die Tech-Riesen Microsoft, Google und Co. stiegen in den Maschinenbaumarkt ein. Doch wie hat sich alles entwickelt? Ein Blick auf den heutigen Stand.

» Nora Nuissl, Redakteurin Industrieanzeiger

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