Datum:
07. Oktober 2021
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Digitale Transformation der Industrie - deutliche Fortschritte in den letzten vier Jahren

Die digitale Transformation ist längst kein Zukunftsszenario mehr. Sie hat mittlerweile Industriebetriebe aller Branchen erreicht - gerade in den letzten vier Jahren. Dies zeigen mehrere Beispiele - etwa aus der Automobilindustrie und auch aus dem mittelständischen Maschinenbau. Was hat sich seit 2017 verändert hat, welche Treiber führten dazu und welche Vorteile bringt die digitale Transformation bereits?

Digitale Transformation der Industrie

Digitale Transformation: Vorteile im Überblick

Welche Vorteile die digitale Transformation für Industrieunternehmen mit sich bringen kann, ist inzwischen bekannt - und die Liste ist lang. Sie beginnt mit einer höheren Kundenorientierung. Denn in intelligenten, flexibel gestalteten Fabriken lassen sich individuelle Kundenwünsche wesentlich besser umsetzen. Auch der After Sales Service kann mit digitalen Lösungen erheblich verbessert werden. Nur ein Beispiel ist die Fernwartung von Produkten.

Im Bereich der Produktionsprozesse erlauben es digitale Technologien zunehmend, Abläufe zu optimieren und zu automatisieren. Dies steigert die Effizienz. Gleichzeitig reduzieren sich die Durchlaufzeiten und somit auch die Lieferzeiten. Weiterhin kann die Produktqualität verbessert werden. Durch vernetzte Komponenten - welche die Basis der digitalen Fabrik sind - ist zudem eine deutlich optimierte Wartung der eingesetzten Anlagen und Maschinen möglich. Das Stichwort ist an dieser Stelle "Predictive Maintenance" - die datenbasierte, vorausschauende und bedarfsgerechte Wartung.

Weiterhin hat die digitale Transformation Vorteile in der Kollaboration. Dies gilt nicht nur intern. Vielmehr ist eine weitreichende Vernetzung aller Partner entlang der Wertschöpfungskette realisierbar. Gerade bei komplexen, internationalen Lieferketten lässt sich die Zusammenarbeit hierdurch wesentlich verbessern. Ebenso können die beteiligten Unternehmen schneller auf Störungen reagieren.

Nicht zuletzt entstehen durch die Vernetzung von Produkten und Anlagen immer mehr Daten. Diese lassen sich nicht nur nutzen, um den Service zu verbessern. Sie erlauben es beispielsweise auch, mehrwertstiftende Apps für Kunden zu entwickeln. Beobachtbar ist mittlerweile deutlich die digitale Transformation von Geschäftsmodellen, wodurch sich für Unternehmen ein Zugang zu neuen Marktsegmenten eröffnen kann.

Beispiele zeigen, dass die Industrie Fahrt aufnimmt

Digitale Transformation in der Automobilbranche

Betrachten wir die Jahre von 2017 bis heute, so zeigt sich: Deutsche Schlüsselbranchen – wie die Automobilindustrie – haben die Möglichkeiten und auch die Notwendigkeit der digitalen Transformation erkannt. Das zeigt die Initiative Catena-X, welche erst 2020 ins Leben gerufen wurde. Es handelt sich hierbei um eine Allianz von Automobilherstellern, Zulieferern, Software-Unternehmen und wissenschaftlichen Institutionen zur Bereitstellung einer Umgebung für die kollaborative Nutzung durchgängiger Datenketten entlang der automobilen Wertschöpfungskette. Bemerkenswert: Sogar die Konkurrenten kooperieren im Rahmen von Catena-X.

Dass die digitale Transformation Probleme insbesondere bei der Vernetzung verschiedenartiger Systeme und Datenformate hat, war der Automotive-Branche länger klar. Das soll sich mit Catena-X ändern. Gemeinsam entwickeln die Mitglieder nun Standards, Technologien und ein Netzwerk für den durchgängigen Datenaustausch entlang der gesamten automobilen Wertschöpfungskette. Auch der Mittelstand soll sich hierbei auf einfache Weise integrieren lassen. Unter anderem könnte durch Catena-X ein Echtzeit-Tracking von Bauteilen und Ladungsträgern möglich werden, wodurch sich Lieferketten wesentlich transparenter und stabiler gestalten ließen.

Probleme beim Thema Cloud sollen durch GAIA-X gelöst werden

Die digitale Transformation geht mit einem stark steigenden Bedarf an Rechenleistung, Speicherplatz, Vernetzungsmöglichkeiten und innovativen Software-Lösungen einher. Zu decken ist dieser Bedarf nur mithilfe der Cloud. Problematisch ist bisweilen, dass alle führenden Cloud-Anbieter nicht aus der EU kommen. Vielmehr besteht eine Abhängigkeit zu führenden Anbietern aus Übersee. Daher haben sich 2019 europäische Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung zusammengeschlossen, um mit GAIA-X einen Gegenentwurf zu realisieren: eine vertrauenswürdige, sichere sowie leistungs- und wettbewerbsfähige Cloud für Europa. Unter anderem soll das neue Ökosystem die digitale Transformation von Geschäftsmodellen europäischer Unternehmen unterstützen, sodass diese global wettbewerbsfähiger werden. Im Übrigen plant Catena-X die Nutzung von GAIA-X. Das zeigt: Die Industrie hat in den letzten Jahren den Willen entwickelt, ihren digitalen Wandel unabhängig von US-Cloud-Diensten zu gestalten.

Maschinenbauer gestalten Digitalisierung

Auch im Maschinenbau gibt es für die digitale Transformation Beispiele positiver Natur. Vieles dreht sich hierbei um die Erfassung und Auswertung von Maschinendaten sowie um digitale Services. Exemplarisch kann der Strickmaschinenhersteller Mayer & Cie. herausgegriffen werden. Er hat eine Plattform geschaffen, die es Kunden ermöglicht, die Daten ihrer Maschinen von jedem beliebigen Ort auszulesen. Sie haben somit einen Echtzeitüberblick über wichtige Indikatoren wie Geschwindigkeiten, Stillstandszeiten oder auch Effizienz. Ein Remote-Support mit Nutzung von Mixed-Reality-Brillen ist dank der Vernetzung der Maschinen ebenfalls realisierbar.

Ein weiteres Beispiel für die voranschreitende digitale Transformation im Maschinenbau kommt von DMG MORI. Mit „PAYZR“ hat der führende Werkzeugmaschinenhersteller sogar ein gänzlich neues, digitales Subscription-Geschäftsmodell entwickelt. Sowohl seine Maschinen als auch die zugehörige Software können bei diesem Ansatz „abonniert“ werden. Die Besonderheit liegt darin, dass bei dem Angebot neben einer monatlichen Grundgebühr eine nutzungsabhängige Gebühr je Spindelstunde erhoben wird. Im Preis enthalten ist ein vollumfängliches „Rundum-sorglos-Paket“. Es beinhaltet alle relevanten Faktoren wie Verpackung, Transport, Inbetriebnahme, Schulung, Service, Verschleißteile, Ersatzteile, Wartung und Versicherung. Möglich ist der innovative Abrechnungsmodus nur durch die Vernetzung der Maschinen. Denn auf diese Weise können sie die abrechnungsrelevanten Informationen bereitstellen. Auch die Verwaltung der abonnierten Maschinen ist digital. Hierfür stellt der Hersteller einen eigenen Internet-Store (DMG MORI STORE) bereit.

Was haben die Projekte von Mayer & Cie. sowie DMG MORI gemeinsam? Beide benötigen das Industrial Internet of Things (IIoT) als Basis für die Vernetzung ihrer Produkte. Ebenso sind beide Unternehmen Mitglied von ADAMOS - einer strategischen Allianz führender deutscher Maschinen- und Anlagenbauer.

Nicht zögern, sondern gemeinsam handeln

Ein Blick auf die jüngsten Entwicklungen zeigt, dass die Industrie in puncto digitale Transformation deutlich an Fahrt gewinnt. Je eher Unternehmen mit einsteigen, desto größer werden ihre Erfolge in Zukunft sein. Wie die Beispiele aus diesem Artikel zeigen, muss dieser Weg glücklicherweise nicht mehr alleine gegangen werden. Vielmehr gibt es mittlerweile branchenbezogene Kooperationen und Initiativen, die den digitalen Wandel unterstützen. Und eben diese "Koopetition" dürfte in den kommenden Jahren maßgeblich zum weiteren Transformationsfortschritt beitragen.

 

ADAMOS als Treiber der digitalen Transformation 

Während die Automotive-Branche seit 2020 im Rahmen von Catena-X kooperiert, hat der Maschinenbau mit ADAMOS bereits im Jahr 2017 ein offenes Joint Venture gegründet. Heute sind über 30 Unternehmen Teil der Allianz. Mit gebündeltem Know-how verfolgen sie das Ziel, ein gemeinsames Ökosystem für die digitale Transformation der Branche zu etablieren. Dies beinhaltet die Herstellung und Nutzung von Konnektivität und die Bereitstellung digitaler Lösungen.

Die digitalen Lösungen von Mayer & Cie. und DMG MORI sind nur zwei Beispiele von Ansätzen, aus der ADAMOS Allianz. Auch viele andere Maschinenbauer nutzen die Allianz, um ihre digitale Transformation voranzutreiben und ihren Kunden einen Mehrwert zu bieten.




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