Datum:
19. August 2021
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Neue Geschäftsmodelle der Industrie 4.0

Der Begriff „Industrie 4.0“ steht für die Digitalisierung der weltweiten Produktionsumgebungen. Motiviert von der Aussicht auf erhebliche Optimierungspotenziale in Produktion und Logistik wirkt diese digitale (R)evolution der Industrie inzwischen über alle Unternehmens- und Branchengrenzen hinweg – und bringt dabei auch neue Geschäftsmodelle hervor.

Neue Geschäftsmodelle der Industrie 4.0

Industrie 4.0: Die Vision

Aus dem Internet of Things entwickelte sich in den 2010er-Jahren die Idee der Vernetzung in einem dedizierten „Industrial Internet of Things“. Im Zentrum stand die Vision einer zunehmend individuelleren Fertigung zu Kosten der Massenfertigung – bis hin zur Losgröße 1.

Die Bauteile steuern sich für die Überwindung dieses eigentlichen Zielkonfliktes in der industriellen Welt von morgen selbst durch ihren Herstellungsprozess. Möglich macht dies eine neue Intelligenz der »Dinge«. Durch integrierte Informations- und Kommunikationstechnologien ist alles mit allem digital vernetzt. Mensch, Maschine, Lager, Roboter – sie alle tauschen untereinander Daten aus.

Ein Wandel mit großen Chancen

Die Symbiose von IT und Produktionstechnologie trifft in der Industrie vielfach auf einen gerade erst beginnenden digitalen Reifeprozess. Doch der sich in seiner Dynamik beschleunigende Wandel bringt eine Vielzahl an Veränderungen mit sich, fordert die Unternehmen heraus. Die Aufgabe: eine tragfähige Neuausrichtung hinsichtlich der neuen und von der digitalen Transformation geprägten Rahmenbedingungen.

Im Detail ergeben sich für Unternehmen auf diesem Weg in die Industrie 4.0 vor allem große Chancen. Moderne Maschinenparks sind mit dem Internet verbunden, der gesamte Shop Floor digital abbildbar. Die Maschinen selbst arbeiten hochproduktiv, präzise und energieeffizient. Intelligente Roboterlösungen erlauben in den Fabriken eine zunehmend flexible automatisierte Fertigung bei immer kleineren Losgrößen.

Innerhalb des Unternehmens können entlang der Wertschöpfungskette Arbeits- und Produktionsabläufe aufgrund einer durchgängigen Konnektivität auf eine völlig neue Art und Weise optimiert werden. Beispielsweise durch digitale Produktionsplanung und -steuerung oder kontinuierliches Condition Monitoring und eine vorausschauende Wartung, gepaart mit digitalen Lösungen für die Instandhaltung. Es entsteht die intelligente, digitale Fabrik von Morgen. Parallel erweitert sich das »Industrial Internet of Things« zum industriellen Internet der Dinge, Dienste und Daten.

Quo vadis Digital Factory

Mittlerweile ist aus dem ehemaligen Kunstwort »Industrie 4.0« mehr erwachsen als eine rein technologisch getriebene Entwicklung hin zu digitalen Fabriken und Lieferketten. Zusätzlich zu Effizienzgewinnen und einem nachhaltigen Wandel der Produktion entstehen immer häufiger innovative Geschäftsmodelle. Unternehmen forcieren optimierte oder gänzlich neue Nutzenversprechen, veränderte Ertragsmechaniken, optimierte Kundenbeziehungen und nachhaltigeres Umsatzwachstum. Viele neue Geschäftsmodelle erwachsen aus dem gezielten Einsatz von Daten und digitalen Technologien.

Unter anderem ermöglichen neue Subscription-Geschäftsmodelle Kunden den flexiblen Zugang zu Maschinen und Software. An die Stelle der initialen Investition oder Kredit- bzw. Leasingkosten treten deutlich einfacher zu refinanzierende, nutzungsabhängige Raten. Die Annahme: Ausschlaggebend für den Produktkauf ist in der Industrie nicht das Produkt selbst, sondern dessen Zweck. Und in einem Shop Floor, in dem alles untereinander vernetzt ist, werden auch Leistung und resultierender Mehrwert einer Maschine oder die Nutzung von Software exakt berechenbar.

Tipp: Mehrere ADAMOS Partner haben bereits erste Erfahrungen im Aufbau von Subscription-Angeboten gemacht. Die Software AG eröffnete sich durch das Umstellen vom transaktionalen Modell, also dem „perpetual model“, auf Subscription neue Potenziale, wie Raul Moesner, Regional Vice President im Finanzbereich, uns in einem Interview erklärt. DMG MORI beispielsweise hat seine neuen Subscription-Angebote unter der Marke PAYZR geschaffen und vertreibt diese nun über den DMG MORI STORE, wie Asef Duratovic von der DMG MORI Digital GmbH hier ausführlich erklärt.

Ein weiteres aktuelles Beispiel sind plattformbasierte Geschäftsmodelle. Als Intermediäre verbinden die Plattformbetreiber Angebot und Nachfrage auf eine neue Art und Weise und liefern für beide Seiten zusätzlichen Mehrwert. Mit Plattform-Konzepten und ihren virtuellen Marktplätzen entstehen neue Vertriebskanäle für Unternehmen. Kunden profitieren von einer komfortablen Customer Journey und gewinnen an Transparenz im Beschaffungsprozess. 

Die Zukunft gestalten

Wer als Unternehmen von den skizzierten Chancen profitieren will, muss seine technologische Basis, einschließlich des eigenen Know-hows, vor dem Hintergrund der industriellen Digitalisierung neu bewerten und durch gezielte Maßnahmen erweitern. Es gilt hier, eine gesunde Balance zwischen den Investitionen in den Erhalt des eigenen Geschäftsmodells und den Investitionen in strategische Innovation zu finden. Das gilt für Maschinen, Technologien und Services, die zielgerichtet im Unternehmen verfügbar gemacht werden. Insbesondere gilt es aber für die neuen digitalen Optionen im Umfeld neuer Geschäftsmodellinnovationen, die einen erheblichen Einfluss auf die zukünftige Wertschöpfung und Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen einer traditionell geprägten Industrie erkennen lassen.

 

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