Datum:
12. Dezember 2021
Lesezeit: Minuten

Softwarelösungen auf dem Shopfloor?

Wie lange können Fertigungsbetriebe weiterhin mit ihren traditionellen Prozess- und Technik-Kompetenzen erfolgreich bleiben? Und wann müssen Unternehmen zwingend in die Welten datenbasierter Ecosysteme und digitaler Plattformen eintauchen?

Im Gespräch mit Marco Bauer (links), Dr. Marco Link (Mitte) und Dr. Tim Busse (rechts): Marco Bauer ist Geschäftsführer und Gründer des Start-ups up2parts GmbH, das sich der digitalen Prozessoptimierung im Shopfloor verschrieben hat. Dr. Tim Busse und Dr. Marco Link sind Geschäftsführer der ADAMOS GmbH, die mit der gleichnamigen Plattform-Allianz den ADAMOS STORE als digitalen Marktplatz für die Fertigungsindustrie anbieten.

Marco Bauer | Geschäftsführer up2parts GmbH
Dr. Marco Link, Geschäftsführung, ADAMOS
Dr. Tim Busse, Geschäftsführung, ADAMOS

Die Diskussionen über industrielle Digitalisierung klingen oft wie eine Debatte über  „Hallenbad oder Haifischbecken?“. Wie erleben Sie die Situation?

Tim Busse: Es geht nicht mehr um „entweder oder“. Es geht vielmehr darum, die industrielle Fertigung mit den digitalen Werkzeugen fit und global wettbewerbsrelevant zu machen. Bei allem Stolz auf das eigene Können und die Erfolge der Vergangenheit muss jedem Unternehmen inzwischen klar sein, dass Zukunft ohne Digitalisierung nicht funktionieren wird.

Das klingt dramatisch?

Marco Bauer: Dramatisch wäre es, wenn sich die Fertigungsindustrie der Digitalisierung verweigern würde. Die Branche erkennt aber zunehmend den Mehrwert der Digitalisierung an und verliert in gleichem Maße die Angst vor der digitalen Transformation. Betriebe wissen inzwischen gut zu differenzieren, wo man digital einsteigen und Erfolge erzielen kann, um dann Step-by-Step digitale Erneuerungen in Angriff zu nehmen. Unsere automatisierte Bauteilkalkulation als cloudbasierte Software-as-a-Service-Lösung ist so ein „Quick-Winner“.

„Cloud-basiert”, „Software-as-a-Service“, „Digitaler Marktplatz”. Kommen diese Themen in der Fertigungstechnik und im Maschinenbau an?

Marco Link: Wir machen die Erfahrung, dass die Theorie mehr abschreckt als die Realität. Mittlerweile gibt es eine Vielzahl an guten Software-Lösungen, die unmittelbaren Mehrwert liefern. Das von Marco Bauer genannte Beispiel der „automatischen Bauteilekalkulation“ ist so eins. Mit dieser Software schaffen es Unternehmen kundenspezifische Angebote, auf Basis von CAD-Zeichnungen und vergangenen Angeboten, extrem schnell zu kalkulieren und anzufertigen. Unternehmen, die sich diese Lösung ansehen, sind schnell davon überzeugt.

Wirklich wichtig ist die adäquate Bereitstellung digitaler Lösungen und Expertisen, um Einstiegshürden zu reduzieren. Genau das erreichen wir mit dem ADAMOS STORE. Wir fokussieren uns hier auf Lösungen mit Branchenfokus, Möglichkeiten von Testangeboten und einem einfachen Kundenerlebnis zur Buchung und Abrechnung der Angebote.

Marco Bauer: Gerade für kleine und mittelständische Unternehmen sind standardisierten Marktplätze inkl. kostenfreie Testangebote für Software-Lösungen enorm wichtig. Erst durch unsere Testedition geben wir Kunden eine bessere Entscheidungsgrundlage und minimieren die Einstiegshürden, digitale Lösungen für den Shopfloor nutzbar zu machen.

Tim Busse: Als Teil des ADAMOS STORES erreichen wir mit dem ADAMOS HUB zusätzlich eine Einfachheit in der Customer-Journey, die bislang dem Consumer-Bereich vorbehalten war: zentrale Verwaltung von Daten, Applikationen, Lizenzen und Benutzerkonten sowie durchgängigen Workflows.




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